Fisherman's Wharf.
Fisherman's Wharf. Foto von Thomas Lamars auf Unsplash

Wer nach San Francisco kommt, landet fast unweigerlich an der Fisherman’s Wharf. Es ist das maritime Gesicht der Stadt, geprägt von einer Mischung aus lebhaftem Hafen-Trubel, dem unverwechselbaren Geruch von fangfrischen Meeresfrüchten und der Weite der Bucht. Hier am Pier 39 gehören die lautstarken Seelöwen ebenso zum festen Inventar wie die historischen Schiffe am Hyde Street Pier aus der Zeit der großen Entdecker. Es ist ein Ort, der zwar touristisch geprägt ist, aber dennoch eine faszinierende Energie ausstrahlt, die man einfach einmal selbst erlebt haben muss – vor allem, wenn der Blick über das Wasser bis nach Alcatraz und zur Golden Gate Bridge schweift.

Die Bandbreite an Aktivitäten ist hier enorm hoch. Ob du dich für die Technik alter U-Boote interessierst, im Musée Mécanique in die Welt historischer Spielautomaten eintauchst oder am Ghirardelli Square die schokoladige Seite der Stadt entdeckst – das Viertel bietet mehr Substanz, als man auf den ersten Blick vermutet. Es geht darum, sich zwischen den großen Piers treiben zu lassen und dabei auch die Details am Rande zu bemerken: die Traditionsbäcker, die ihren weltberühmten Sauerteig von Hand kneten, oder die Fähren, die im Minutentakt zu Ausflugsfahrten in die Bucht aufbrechen. Die Wharf ist ein lebendiger Klassiker, der am besten funktioniert, wenn man ihn mit einer Portion Neugier und einem Sinn für das Wesentliche erkundet.

Die besten Aktivitäten an der Fisherman's Wharf, die man sich nicht entgehen lassen sollte

Klassiker & Wahrzeichen

Die Seelöwen an Pier 39: San Franciscos lauteste Einheimische

Pier 39, San Francisco, CA 94133, Fisherman's Wharf

Die Seelöwen an Pier 39: San Franciscos lauteste Einheimische
Seelöwen an der Pier 39. Image by Monica Volpin from Pixabay

Man hört sie meist schon, bevor man sie sieht: Ein tiefes, rhythmisches Bellen, das über das Plätschern der Wellen hinwegfegt. Wer zum K-Dock an der Westseite von Pier 39 spaziert, trifft auf die wohl eigenwilligsten „Hausbesetzer“ der Welt. Hunderte von Kalifornischen Seelöwen haben es sich hier auf den hölzernen Pontons gemütlich gemacht. Sie liegen dort in der Sonne, schubsen sich gegenseitig ins Wasser oder dösen völlig unbeeindruckt vom Blitzlichtgewitter der Besucher vor sich hin. Es ist ein faszinierendes Naturschauspiel, das man so mitten in einer Großstadt kein zweites Mal findet.

Die Geschichte dahinter ist fast so kurios wie die Tiere selbst: Die Seelöwen sind nämlich erst seit Anfang 1990 hier. Kurz nach dem großen Loma-Prieta-Erdbeben von 1989 entschieden sich ein paar Pioniere der Kolonie, den geschützten Hafen dem offenen Meer vorzuziehen. Was als Handvoll Tiere begann, wuchs schnell auf über tausend an. Die Bootsbesitzer waren anfangs wenig begeistert, doch heute sind die „Sea Lions“ das unangefochtene Wahrzeichen der Wharf. Besonders spannend: Die Anzahl der Tiere schwankt je nach Jahreszeit, aber fast das ganze Jahr über kann man hier das soziale (und oft ziemlich rüpelhafte) Miteinander der Kolonie beobachten.

Ein kleiner Tipp für deine Planung: Der Besuch ist völlig kostenlos, aber man sollte einen guten Riecher mitbringen – denn so charmant die Tiere auch sind, verleugnen sie ihre maritime Herkunft auch geruchstechnisch nicht. Es lohnt sich, einen Moment länger am Geländer zu verweilen und das Spektakel zu beobachten; es ist besser als jedes Fernsehprogramm und zeigt San Francisco von seiner wilden, ungezähmten Seite.

Ghirardelli Square: Wo San Francisco seine süßeste Seite zeigt

900 North Point St E204A, San Francisco, CA 94109, Fisherman's Wharf

Ghirardelli Square: Wo San Francisco seine süßeste Seite zeigt
Foto von Mason C auf Unsplash

Wenn du am westlichen Ende der Fisherman’s Wharf vor den imposanten roten Backsteinfassaden stehst, merkst du sofort: Hier weht ein anderer Wind. Der Ghirardelli Square ist kein gewöhnliches Einkaufszentrum; er ist ein Stück lebendige Stadtgeschichte. Wo heute stilvolle Boutiquen und Restaurants zum Verweilen einladen, gründete der italienische Einwanderer Domenico Ghirardelli Mitte des 19. Jahrhunderts sein Schokoladenimperium. Das markante, nachts hell erleuchtete „Ghirardelli“-Schild über dem Uhrturm ist längst ein Wahrzeichen der Skyline geworden und weist Genießern schon von weitem den Weg.

Sobald du den Platz betrittst, mischt sich die salzige Meeresluft mit dem unwiderstehlichen Aroma von frisch geröstetem Kakao. Das Herzstück ist natürlich der legendäre „Ghirardelli Ice Cream & Chocolate Shop“. Einmal in der Schlange stehen für einen „World Famous Hot Fudge Sundae“ gehört hier einfach zum guten Ton. Während du den Löffel in das warme Schokoladentopping tauchst, kannst du in der historischen Manufaktur den riesigen Mahlwerken dabei zusehen, wie sie noch heute die flüssige Goldmasse rühren. Es ist einer dieser Orte, an denen man die industrielle Vergangenheit der Stadt förmlich schmecken kann.

Mein Tipp für dich: Such dir mit deinem Eis einen Platz auf den Terrassen oder an den Stufen Richtung Aquatic Park. Von hier aus hast du einen fantastischen Blick auf die Bucht und die historische Flotte am Hyde Street Pier. Besonders am späten Nachmittag, wenn die Sonne die Ziegelwände in ein warmes Licht taucht, entfaltet der Platz einen ganz eigenen, fast europäischen Zauber. Es ist der perfekte Ort, um nach einem langen Spaziergang kurz durchzuatmen und sich ein wenig „Quiet Luxury“ in Schokoladenform zu gönnen.

The Cannery: Wo früher Pfirsiche in Dosen wanderten

2801 Leavenworth St, San Francisco, CA 94133, Fisherman's Wharf

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The Cannery, San Francisco

Gleich um die Ecke vom Ghirardelli Square triffst du auf ein weiteres Juwel aus rotem Backstein: The Cannery. Wenn du heute durch den gemütlichen Innenhof mit seinen alten Olivenbäumen schlenderst, ist es schwer vorstellbar, dass hier früher einmal die größte Obstkonservenfabrik der Welt untergebracht war. 1907 erbaut, war das Gebäude das Herzstück der Del Monte Corporation. Wo heute Straßenkünstler ihre Gitarren auspacken und Besucher in kleinen Boutiquen stöbern, wurden einst im Akkord Pfirsiche und Birnen für den Weltmarkt verpackt.

Das Besondere an der Cannery ist ihre Architektur. Die Entwickler haben es geschafft, den rauen Industrie-Charme mit modernen Elementen zu verbinden. Es lohnt sich, einen Moment innezuhalten und die Details zu betrachten – die alten Mauerwerke erzählen von einer Zeit, als die Wharf noch ein reines Arbeiterviertel war. Der Innenhof ist ein idealer Ort für eine kurze Pause: Während draußen auf der Jefferson Street der Trubel tobt, findest du hier oft ein schattiges Plätzchen und – mit etwas Glück – wirklich gute Live-Musik unter freiem Himmel.

Es ist genau dieser Kontrast, der die Cannery so lebenswert macht. Es ist kein durchgestylter Konsumtempel, sondern ein Ort mit Ecken und Kanten. Wer ein Auge für historische Details hat oder einfach nur abseits der großen Menschenmassen einen Kaffee genießen möchte, sollte diesen Abstecher auf keinen Fall auslassen. Es ist ein Stück „altes San Francisco“, das sich seinen Platz im modernen Hafenviertel stolz bewahrt hat.


Das Fisherman’s Wharf Sign: Ein Steuerrad als Willkommensgruß

The Embarcadero, San Francisco, CA 94133, Fisherman's Wharf

Das Fisherman’s Wharf Sign: Ein Steuerrad als Willkommensgruß
Das Fisherman’s Wharf Sign

Wer nach dem ultimativen Beweisfoto für den Besuch in San Francisco sucht, kommt an dieser Kreuzung von Jefferson und Powell Street nicht vorbei. Das ikonische, weiße Steuerrad mit der markanten roten Krabbe in der Mitte ist weit mehr als nur ein Wegweiser – es ist das offizielle Gesicht des Viertels. Seit seiner Aufstellung im Jahr 1968 markiert es den Eingang zum geschäftigen Herz der Wharf und ist heute einer der am meisten fotografierten Punkte der gesamten Stadt.

Direkt unter dem Schild spürst du die volle Energie des Hafens: Das Rufen der Händler, das Rattern der nahen Cable Cars und der unverwechselbare Duft von frischen Meeresfrüchten, die an den umliegenden Ständen in riesigen Kesseln zubereitet werden. Es ist der perfekte Ort, um kurz innezuhalten und das bunte Treiben auf sich wirken zu lassen. Hier wird die Geschichte des Viertels als ehemaliges Zentrum der Fischerei lebendig – auch wenn heute eher Smartphones gezückt und Kameras für das perfekte Urlaubsfoto in Position gebracht werden, als dass Netze im Wasser landen.

Ein Besuch am frühen Vormittag empfiehlt sich, wenn man das Schild ohne allzu große Menschenmassen einfangen möchte. Aber auch am Abend, wenn die Neonlichter das Rad hell erleuchten, versprüht der Platz eine ganz eigene, fast nostalgische Hafenatmosphäre. Es ist der ideale Ausgangspunkt für einen Bummel entlang der „Fish Alley“, wo man einen Blick hinter die Kulissen des modernen Fischereibetriebs werfen kann, der hier trotz des Tourismus nach wie vor existiert.


Maritimes Erbe & Geschichte

San Francisco Maritime National Historical Park: Das Gedächtnis der Meere

San Francisco, CA 94109, Fisherman's Wharf

San Francisco Maritime Museum
San Francisco Maritime National Historical Park

Bevor du dich auf die Planken der historischen Schiffe wagst, lohnt sich ein Besuch im San Francisco Maritime National Historical Park. Er ist weit mehr als nur ein klassisches Museum – er ist das lebendige Gedächtnis der Stadt. In dem markanten Backsteingebäude an der Ecke Jefferson und Hyde Street findest du das Besucherzentrum, das dich auf eine Reise zurück in die Zeit des Goldrauschs mitnimmt. Hier wird verständlich, warum San Francisco ohne seinen Hafen niemals zu der Weltmetropole geworden wäre, die wir heute kennen. Es ist der perfekte Ankerpunkt, um den historischen Kontext der gesamten Wharf zu verstehen.

Das Highlight für Kulturbegeisterte ist das Maritime Museum, das im beeindruckenden Art-Déco-Gebäude direkt am Aquatic Park untergebracht ist. Schon die Architektur, die an einen Ozeandampfer erinnert, ist ein Hingucker. Im Inneren erwarten dich kunstvolle Wandgemälde, präzise Schiffsmodelle und faszinierende Artefakte aus der Ära der großen Segelschiffe. Es ist ein Ort der Stille und der Information, der einen wunderbaren Kontrast zum quirligen Treiben vor den Türen bildet. Hier kannst du tief in die Details eintauchen – von der Technik alter Leuchttürme bis hin zu den persönlichen Geschichten der Seeleute, die einst den Pazifik bezwangen.

Besonders lohnenswert ist ein Rundgang durch die interaktiven Ausstellungen, die oft mit Soundkulissen und Originalstücken die raue Welt auf hoher See zum Leben erwecken. Der National Historical Park fungiert als Klammer für die gesamte Region: Er verbindet das Museum, das Besucherzentrum und die schwimmenden Denkmäler am Hyde Street Pier zu einem großen, erzählerischen Ganzen. Wer die Seele San Franciscos verstehen will, kommt an diesem informativen Einstieg nicht vorbei.


Hyde Street Pier: Ein schwimmendes Museum der Zeitgeschichte

San Francisco, CA 94109, USA

Nachdem du im Museum die theoretischen Hintergründe der Seefahrt aufgesaugt hast, wird es am Hyde Street Pier Zeit, die Planken selbst zu betreten. Dieser historische Steg ist kein gewöhnlicher Pier, sondern die Heimat einiger der am besten erhaltenen Schiffe der Welt. Sobald man den hölzernen Untergrund unter den Füßen spürt, weicht die moderne Hektik der Stadt einem Gefühl von Abenteuer. Es riecht nach altem Holz, Teer und Salzwasser – eine ehrliche, raue Atmosphäre, die den harten Alltag der Seeleute aus dem 19. Jahrhundert greifbar macht.

Das unbestrittene Highlight der Flotte ist die Balclutha, ein imposanter Dreimaster aus dem Jahr 1886, der bereits die Welt umsegelt hat. Es ist ein besonderes Erlebnis, über die Decks zu wandern, in die engen Kojen zu blicken und sich vorzustellen, wie dieses Schiff einst Kap Hoorn umrundete. Neben dem stolzen Großsegler finden sich hier weitere Zeugen der Vergangenheit, wie die gewaltige Dampffähre Eureka oder der Schoner C.A. Thayer. Jedes dieser Schiffe erzählt ein Kapitel vom Aufstieg San Franciscos zur bedeutenden Hafenmetropole.

Ein Besuch auf dem Hyde Street Pier bietet zudem einen der klarsten und schönsten Ausblicke auf die Golden Gate Bridge und Alcatraz – oft abseits der großen Menschenmassen. Es ist ein Ort, der zum Innehalten einlädt und zeigt, wie tief die Wurzeln von Fisherman’s Wharf in der maritimen Tradition liegen.


USS Pampanito: Abtauchen in eine andere Welt

Pier 45, San Francisco, CA 94133, Fisherman's Wharf

USS Pampanito: Abtauchen in eine andere Welt
USS Pampanito. Bild von Brigitte Werner auf Pixabay

Nur ein paar Gehminuten weiter östlich, am Pier 45, erwartet dich ein krasser Kontrast zu den eleganten Segelschiffen: die USS Pampanito. Dieses U-Boot der Balao-Klasse aus dem Zweiten Weltkrieg ist ein beeindruckendes technisches Denkmal und kann fast vollständig besichtigt werden. Wer hier an Bord geht, lässt die Weite der Bucht hinter sich und taucht ein in eine Welt aus Stahl, engen Gängen und faszinierender Technik auf kleinstem Raum.

Der Rundgang durch das Boot ist eine beklemmende und zugleich faszinierende Erfahrung. Man zwängt sich durch die schmalen Schotts, sieht die dicht gedrängten Kojen der Mannschaft und die hochkomplexen Armaturen im Kontrollraum. Besonders empfehlenswert ist der Audioguide, bei dem oft Originalstimmen von Veteranen zu Wort kommen, die einst auf diesem Boot dienten. Das macht die Geschichte hinter dem Stahl sehr lebendig und vermittelt ein realistisches Bild davon, was es bedeutete, monatelang unter der Wasseroberfläche zu leben und zu arbeiten.

Die USS Pampanito ist akribisch restauriert und fast so ausgestattet, als wäre sie gerade erst von einer Mission zurückgekehrt. Für Technikbegeisterte und Geschichtsinteressierte ist dieser Besuch ein Muss, denn er zeigt die maritime Seite San Franciscos von ihrer industriellen und militärhistorischen Seite. Es ist ein Ort, der Respekt vor der Leistung der damaligen Besatzung einflößt und einen bleibenden Eindruck davon hinterlässt, wie funktional und kompromisslos das Leben auf einem U-Boot war.


SS Jeremiah O’Brien: Eine lebende Legende der Weltmeere

Pier 35, The Embarcadero, San Francisco, CA 94133, Fisherman's Wharf

SS Jeremiah O’Brien: Eine lebende Legende der Weltmeere
SS Jeremiah O’Brien. Bild: Expedia.de

Direkt neben der USS Pampanito am Pier 45 ragt ein Schiff auf, das wie ein stählernes Denkmal wirkt: die SS Jeremiah O’Brien. Dieses sogenannte „Liberty Ship“ aus dem Zweiten Weltkrieg ist eine absolute Seltenheit – sie ist eines von nur noch zwei Schiffen dieser Art weltweit, die heute noch voll funktionsfähig sind. Wer hier die Gangway betritt, begegnet einer Überlebenskünstlerin. Die Jeremiah O’Brien war Teil der gewaltigen Armada, die 1944 bei der Invasion in der Normandie (D-Day) zum Einsatz kam. Dass sie heute noch so stolz in der Bucht von San Francisco liegt, grenzt an ein Wunder und ist der leidenschaftlichen Arbeit von Freiwilligen zu verdanken.

Ein Rundgang über das weitläufige Deck führt dich in eine Ära, in der Schiffe wie dieses das logistische Rückgrat der Welt bildeten. Besonders beeindruckend ist der Blick in den riesigen Maschinenraum. Falls dir die gewaltigen Kolben und Räder bekannt vorkommen: Die Aufnahmen der Maschinen für den Film Titanic entstanden genau hier an Bord. Man spürt förmlich die Hitze und die Kraft, die nötig war, um diesen Stahlriesen über die Ozeane zu bewegen. Im Gegensatz zu vielen anderen Museumsschiffen ist hier fast alles noch im Originalzustand und – was das Erlebnis so authentisch macht – funktionstüchtig.

Die Jeremiah O’Brien ist kein staubiges Exponat, sondern ein „lebendes“ Schiff. Mehrmals im Jahr heißt es tatsächlich noch „Leinen los“, wenn sie zu Rundfahrten in die Bucht aufbricht. Doch auch am Kai liegend vermittelt sie ein tiefes Verständnis für die Schifffahrt und die Helden des Alltags auf hoher See. Es ist der perfekte Ort, um die gewaltigen Dimensionen der Seefahrt zu begreifen und einen Moment lang den Atem der Geschichte zu spüren, während im Hintergrund die moderne Skyline von San Francisco in den Himmel ragt.


Kuriositäten & Kultur

Musée Mécanique: Ein mechanisches Wunderland voller Nostalgie

Pier 45, San Francisco, CA 94133, Fisherman's Wharf

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Direkt am Pier 45, nur einen Steinwurf von den historischen Schiffen entfernt, wartet eine der kuriosesten Sammlungen der Welt auf dich: das Musée Mécanique. Wer hier durch die Tür tritt, lässt die digitale Welt von heute komplett hinter sich. Statt High-Tech-Grafiken und Touchscreens gibt es hier Hunderte von historischen, mechanischen Spielautomaten, Orchestrierwerken und Kuriositäten, die oft schon über hundert Jahre auf dem Buckel haben. Es ist ein Ort zum Schmunzeln, zum Staunen und manchmal auch ein kleines bisschen zum Gruseln – aber vor allem ist es ein riesiger Spaß.

Das Besondere am Musée Mécanique: Es ist kein staubiges Museum hinter Glas. Fast alle Exponate sind voll funktionsfähig. Du brauchst nur ein paar Quarter-Münzen, um die alten Automaten zum Leben zu erwecken. Da gibt es Wahrsagerinnen, die dir die Zukunft voraussagen, mechanische Dioramen, die kleine Geschichten erzählen, und historische Musikboxen, die einen Sound erzeugen, den man heute kaum noch kennt. Das „inoffizielle“ Maskottchen ist „Laffing Sal“, eine lebensgroße, lachende Puppe, deren lautes und markantes Gelächter schon Generationen von Besuchern in Erstaunen versetzt hat.

Der Eintritt ist übrigens komplett frei – du zahlst nur für die Automaten, die du wirklich ausprobieren möchtest. Es ist ein faszinierendes Erlebnis für jedes Alter und zeigt eine Seite von San Francisco, die sich ihren ganz eigenen, etwas schrägen Charme der alten Jahrmärkte bewahrt hat. Ein Besuch hier ist wie eine kleine Zeitreise in die Ära von „Playland at the Beach“, einem längst vergangenen Vergnügungspark der Stadt. Es ist der ideale Ort, um sich für eine Weile im Spieltrieb zu verlieren und die analoge Magie von Zahnrädern und Walzen zu genießen.


Boudin Museum & Bakery: Das Geheimnis des San Francisco Sauerteigs

160 Jefferson St, San Francisco, CA 94133, Fisherman's Wharf

San Francisco - Fisherman's Wharf: Boudin Bakery & Café

Wenn du die Jefferson Street entlangschlenderst, wird dich früher oder später ein ganz bestimmter Duft einholen: das warme, herzhafte Aroma von frisch gebackenem Brot. Du stehst dann vor der Boudin Bakery, der Geburtsstätte des weltberühmten San Francisco Sourdough. Seit 1849 wird hier nach dem gleichen Rezept gebacken, und das Herzstück ist die legendäre „Mother Dough“ – ein Sauerteig-Ansatz, der tatsächlich noch aus der Zeit des Goldrauschs stammt und wie ein Familienschatz gehütet wird. Es ist faszinierend zu wissen, dass man hier ein Stück lebendige Geschichte probieren kann, das schon die Pioniere der Stadt stärkte.

Ein absolutes Highlight für Besucher ist die „Museum & Bakery Tour“. Über einen verglasten Laufsteg kannst du direkt in die Backstube blicken und den Bäckermeister dabei beobachten, wie er mit beeindruckender Geschwindigkeit den Teig kneten und formen. Es ist ein echtes Handwerksspektakel. Im angeschlossenen Museum erfährst du zudem alles über die kuriose Geschichte des Sauerteigs und warum das Mikroklima San Franciscos – der berühmte Nebel – dafür sorgt, dass das Brot hier einen Geschmack entwickelt, den man nirgendwo sonst auf der Welt kopieren kann.

Wer keine Zeit für die komplette Tour hat, sollte zumindest am großen Schaufenster zur Straße hin stehen bleiben. Dort werden oft Brote in Form von Schildkröten, Bären oder Krabben geformt – ein beliebtes Fotomotiv und ein Beweis für die Kreativität der Bäcker. Und natürlich gehört ein Besuch hier nicht ohne die klassische „Clam Chowder in a Sourdough Bowl“ zum Programm. Es gibt kaum etwas Authentischeres, als sich mit dieser warmen Suppe im essbaren Brottopf an die Kaimauer zu setzen und das Treiben im Hafen zu beobachten.


Cartoon Art Museum: Wo Stifte und Sprechblasen zum Leben erwachen

781 Beach St, San Francisco, CA 94109, Fisherman's Wharf

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Nur ein paar Schritte vom Trubel am Ghirardelli Square entfernt, öffnet sich eine Welt, die weit über einfache Sonntags-Comics hinausgeht. Das Cartoon Art Museum ist eine von nur wenigen Institutionen weltweit, die sich ausschließlich der Kunst der illustrierten Geschichte widmet. Von klassischen Comic-Heften und politischen Karikaturen bis hin zu modernen Graphic Novels und aufwändigen Animationszeichnungen – hier wird deutlich, dass Cartoons weit mehr als nur Unterhaltung für Kinder sind. Es ist eine Hommage an die Handwerkskunst hinter den Linien, die oft mit nur wenigen Strichen ganze Welten erschaffen.

Das Besondere an diesem Museum ist die wechselnde Vielfalt der Ausstellungen. Man kann hier Originalzeichnungen von Peanuts-Schöpfer Charles M. Schulz (einem echten Lokalmatador) entdecken oder tiefe Einblicke in die Entstehung großer Superhelden-Epen von Marvel und DC gewinnen. Es ist faszinierend zu sehen, wie aus einer ersten flüchtigen Skizze ein kulturelles Phänomen wird. Das Museum nimmt seine Besucher mit hinter die Kulissen der Animationsstudios und zeigt den mühsamen, aber magischen Prozess, bei dem einzelne Bilder laufen lernen.

Ein Besuch im Cartoon Art Museum ist die ideale Gelegenheit, für einen Moment aus dem geschäftigen Treiben der Wharf abzutauchen und in eine Welt voller Witz, Gesellschaftskritik und grenzenloser Fantasie einzutauchen. Auch der Museumsshop ist ein echter Geheimtipp: Hier finden sich oft seltene Bildbände, kreative Drucke und einzigartige Souvenirs, die man in den typischen Touristenläden vergeblich sucht. Es ist ein inspirierender Ort für alle, die das Visuelle lieben und verstehen wollen, wie Geschichten unsere Kultur prägen.


Magowan’s Infinite Mirror Maze: Wo die Sinne Purzelbäume schlagen

Pier 39, Beach St & The Embarcadero (Level 2), San Francisco, CA 94133, Fischerman's Wharf

Wer am Pier 39 unterwegs ist, rechnet mit Souvenirshops, Fischbrötchen und Seelöwen – aber wohl kaum mit einem psychedelischen Trip in eine andere Dimension. Doch genau das erwartet dich im Magowan’s Infinite Mirror Maze. Versteckt in der oberen Etage des Piers, öffnet sich hinter einer unscheinbaren Tür eine Welt aus Neonlicht, hämmernden Beats und scheinbar unendlichen Gängen. Es ist ein Ort, an dem die Orientierung innerhalb von Sekunden verloren geht und man sich plötzlich fragt, ob das Gegenüber das eigene Spiegelbild oder ein anderer, ebenso verwirrter Besucher ist.

Das Besondere an diesem Labyrinth ist die Inszenierung. Mit Schwarzlicht und wechselnden Farben wird hier eine Atmosphäre geschaffen, die eher an einen 80er-Jahre-Sci-Fi-Film oder einen Underground-Club erinnert als an ein klassisches Jahrmarktsgeschäft. Die Spiegel sind so geschickt platziert, dass die Flure meilenweit zu reichen scheinen, nur um beim nächsten Schritt doch wieder vor einer gläsernen Wand zu stehen. Es ist ein faszinierendes Spiel mit der Wahrnehmung, das nicht nur Kindern ein Lachen entlockt, sondern auch Erwachsenen zeigt, wie leicht sich das Gehirn austricksen lässt.

Ein Besuch im Mirror Maze ist die perfekte, kurzweilige Abwechslung zum Sightseeing im Freien. Man kann sich Zeit lassen, die Sackgassen erkunden und die skurrile Lichtshow genießen. Es ist ein echtes „Hidden Gem“, das man leicht übersieht, wenn man nur den Hauptwegen folgt. Wer also Lust auf ein wenig Action und eine ordentliche Portion optische Verwirrung hat, sollte diesen Abstecher am Pier 39 definitiv einplanen. Aber Vorsicht: Die Nase voran zu gehen, ist hier selten die beste Strategie!


Natur & Ausflüge

Aquarium of the Bay: San Franciscos Unterwelt hautnah

Pier 39, The Embarcadero & Beach St, San Francisco, CA 94133, Fisherman's Wharf

Direkt am Eingang zum Pier 39 eröffnet sich dir eine völlig neue Perspektive auf die San Francisco Bay – und zwar von unten nach oben. Während draußen die Menschenmassen flanieren, bewegst du dich im Aquarium of the Bay durch gläserne Tunnel direkt unter den Wellen der Bucht. Das Besondere an diesem Aquarium: Es konzentriert sich fast ausschließlich auf die heimische Meereswelt Nordkaliforniens. Du triffst hier also genau die Bewohner, die nur wenige Meter weiter draußen im kalten Pazifik zu Hause sind – von majestätischen siebenkiemigen Haien bis hin zu eleganten Rochen, die lautlos über deinen Kopf hinweggleiten.

Das Herzstück sind zweifellos die über 90 Meter langen Acrylglastunnel. Es hat fast schon etwas Meditatives, dort unten zu stehen, während man von Tausenden von Fischen umgeben ist. Es ist der wahrscheinlich trockenste und sicherste Weg, einem Hai tief in die Augen zu blicken. Neben den großen Becken gibt es aber auch faszinierende Details zu entdecken: Die Abteilung mit den leuchtenden Quallen wirkt fast wie eine Kunstinstallation, und die flinken Flussotter sorgen mit ihren Spieleinheiten regelmäßig für Begeisterung bei den Besuchern.

Ein Besuch im Aquarium ist nicht nur eine gute Option für einen der typischen Nebeltage in San Francisco, sondern vermittelt auch eine wichtige Botschaft. Als Teil einer gemeinnützigen Organisation liegt der Fokus hier stark auf dem Schutz der Meere und der Erhaltung des Ökosystems der Bucht. Man verlässt das Gebäude also nicht nur mit beeindruckenden Bildern im Kopf, sondern auch mit einem besseren Verständnis für die empfindliche Natur, die San Francisco so einzigartig macht.


Alcatraz Landing am Pier 33: Das Tor zur berüchtigtsten Insel der Welt

Pier 33, The Embarcadero, San Francisco, CA 94133, Fisherman's Wharf

Alcatraz

Während sich an den meisten Piers der Wharf das bunte Vergnügen abspielt, herrscht am Pier 33 eine ganz eigene, erwartungsvolle Atmosphäre. Das Alcatraz Landing ist der exklusive Startpunkt für die Fähren zur ehemaligen Gefängnisinsel. Wer hier in der Schlange steht, blickt meistens schon gebannt hinaus auf den grauen Felsen mitten in der Bucht. Es ist der Ort, an dem das Abenteuer beginnt und die Legenden um Al Capone und die spektakulären Fluchtversuche greifbar werden.

Schon vor der Abfahrt gibt es am Pier 33 einiges zu entdecken. Ein großes, detailliertes Modell der Insel vermittelt einen ersten Eindruck von der Anlage, und Informationstafeln beleuchten die verschiedenen Epochen von Alcatraz – von der Zeit als Militärfestung bis hin zur Besetzung durch indianische Aktivisten. Es lohnt sich, ein paar Minuten früher da zu sein, um sich in Ruhe einzustimmen. Der Blick vom Pier auf die einfahrenden Fähren der „Alcatraz City Cruises“ und die Skyline im Rücken ist zudem ein fantastisches Fotomotiv, das die Kontraste San Franciscos perfekt einfängt.

Ein entscheidender Hinweis für die Reiseplanung: Alcatraz ist oft Wochen, in der Hochsaison sogar Monate im Voraus ausgebucht. Wer spontan zum Pier 33 spaziert, muss meistens mit einem „Sold Out“-Schild vorliebnehmen. Deshalb gilt hier mehr als irgendwo sonst an der Wharf: Vorab reservieren ist Pflicht. Wenn man dann sein Ticket in der Hand hält und die Motoren der Fähre aufheulen, mischt sich der frische Wind der Bucht mit einer Gänsehaut-Garantie, die einen bis zum Betreten des Gefängnistrakts nicht mehr loslässt.

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Hafenrundfahrten: San Francisco vom Wasser aus neu entdecken

Pier 39 und Pier 43 ½, Fisherman’s Wharf

Hafenrundfahrten: San Francisco vom Wasser aus neu entdecken
Bild: Get Your Guide

Es ist eine Sache, die Skyline von San Francisco von den Hügeln der Stadt aus zu betrachten – aber sie vom Wasser aus an sich vorbeiziehen zu sehen, ist ein Erlebnis von ganz anderer Intensität. Sobald das Schiff vom Kai ablegt und das bunte Treiben der Fisherman’s Wharf langsam kleiner wird, übernimmt die Ruhe der Bucht das Kommando. Die salzige Luft im Gesicht und das Kreischen der Möwen im Ohr, merkst du schnell: Erst vom Wasser aus begreift man wirklich, wie spektakulär die Lage dieser Stadt eigentlich ist.

Die zwei großen Namen an der Wharf sind die Blue & Gold Fleet (am Pier 39) und die traditionsreiche Red & White Fleet (am Pier 43 ½). Beide bieten Touren an, die dich einmal quer durch die Bucht führen, vorbei an der mysteriösen Silhouette von Alcatraz und – für viele das absolute Highlight – direkt unter die gewaltige Konstruktion der Golden Gate Bridge. Wenn man mit dem Schiff unter den leuchtend roten Pfeilern hindurchgleitet und nach oben blickt, wirkt die Brücke noch imposanter als von jedem Aussichtspunkt an Land.

Ob du dich für die klassische einstündige „Bay Cruise“ entscheidest oder den Tag bei einer romantischen City-Lights-Bootsfahrt ausklingen lassen möchtest – das Erlebnis ist jeden Cent wert. Da die Fahrten besonders an sonnigen Tagen und am Wochenende extrem beliebt sind, empfiehlt es sich, das Ticket schon vorab in der Tasche zu haben. So vermeidest du die Warteschlangen am Schalter und kannst direkt an Bord gehen, wenn die Motoren aufheulen und das nächste Abenteuer in Richtung Brücke startet.


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