Chinatown ist einer der faszinierendsten und meistbesuchten kulturellen Hotspots San Franciscos
Vielleicht verbindest du Chinatown auf den ersten Blick sofort mit dem prachtvollen Dragon Gate, den ikonischen roten Lampions und dem geschäftigen Treiben zwischen schrillen Souvenirshops. Aber hinter der farbenfrohen Kulisse aus Pagoden-Dächern und Neonreklamen verbirgt sich ein Viertel mit einer tief verwurzelten Seele, die man erst entdeckt, wenn man die ausgetretenen Pfade der Hauptstraße verlässt.
In Chinatown gibt es nämlich weitaus mehr zu erleben als nur den schnellen Foto-Stopp: Das Spektrum reicht von der meditativen Ruhe in versteckten buddhistischen Tempeln bis hin zu hochmodernen Kunstgalerien, die sich in ehemaligen Lagerhäusern verstecken. Es ist ein Ort, an dem jahrhundertealte Traditionen auf den modernen Puls der Metropole treffen.
Besonders spannend wird es, wenn die Sonne langsam hinter den Hügeln der Stadt verschwindet. Während sich die Tagestouristen langsam zurückziehen, verändert sich die Energie des Viertels spürbar. Wenn die Neonlichter der Apotheken und Teestuben in den schmalen Gassen zu leuchten beginnen, entfaltet Chinatown eine fast schon filmreife Intimität. Dann weicht das Marktgeschrei einer geheimnisvollen Ruhe, die nur vom Klappern der Mahjong-Steine in den Hinterhöfen oder dem Jazz aus einer der versteckten Basement-Bars unterbrochen wird.
Obwohl das Viertel oft als reine Touristenattraktion abgestempelt wird – und ja, die Dichte an fantastischen Dim-Sum-Restaurants ist hier tatsächlich rekordverdächtig –, ist es doch ein lebendiges, authentisches Stück Stadtgeschichte, das nach Einbruch der Dunkelheit seine ganz eigene, magische Geschichte erzählt.
Wo genau liegt Chinatown?
Chinatown schmiegt sich wie ein dicht gedrängtes, buntes Mosaik mitten in das Herz von San Francisco. Im Osten grenzt es direkt an die gläsernen Wolkenkratzer des Financial District, während im Norden das italienische Flair von North Beach (Little Italy) fast nahtlos übernimmt. Südlich liegen der geschäftige Union Square und das noble Nob Hill – was auch erklärt, warum einige der Querstraßen hier eine ordentliche Steigung aufweisen, die deine Waden fordern wird.
Obwohl das Viertel kompakt wirkt, teilt es sich geografisch in zwei Welten auf: Die Grant Avenue ist mit dem berühmten Dragon Gate der repräsentative Eingang und führt dich direkt durch das touristische Herz mit seinen Souvenirläden und verzierten Balkonen. Nur einen Block weiter westlich, in der Stockton Street, pulsiert dagegen das authentische Leben – hier kaufen die Locals zwischen Fischmarkt-Ständen und Garküchen ein.
Wie du auf der Karte unten sehen kannst, liegt das Viertel ideal, um es zu Fuß zu erkunden. Je weiter du dich nach Norden vorarbeitest, desto steiler werden die Straßen, bis sie schließlich den Blick auf die Coit Tower-Silhouette freigeben.
Mobilität in Chinatown
In Chinatown lässt du das Auto am besten komplett stehen. Die Gassen sind eng, der Verkehr ist – besonders in der Stockton Street – ein Erlebnis für sich, und Parkplätze sind so selten wie ein leerer Tisch zur Dim-Sum-Haupzeit. Die gute Nachricht: Chinatown ist ein Paradies für Entdecker zu Fuß, auch wenn du dich auf einige steile Anstiege gefasst machen musst.
Das absolute Highlight für die Anreise ist die California Street Cable Car Linie. Sie schneidet Chinatown quer von Ost nach West und bietet dir den klassischen San-Francisco-Moment, wenn du dich an der Außenseite festklammerst, während die Bahn die Hügel hinaufruckelt. Alternativ bringen dich die Linien Powell-Hyde und Powell-Mason bis an den westlichen Rand des Viertels.
Ein echter Gamechanger ist die neue Central Subway (Linie T-Third Street). Mit der hochmodernen Station „Chinatown - Rose Pak“ bist du in Windeseile mit dem Union Square und dem Viertel SOMA verbunden. Wenn du es authentisch magst, spring in einen der Muni-Busse (Linien 30 oder 45) – sie sind die Lebensadern für die Locals und bringen dich direkt in das Herz des geschäftigen Markttreibens.
Dinge, die man in Chinatown unternehmen kann
Ein Spaziergang durch Chinatown gleicht einer Reise in eine andere Welt, die weit über das bloße Sightseeing hinausgeht. Das berühmte Dragon Gate bildet dabei oft den prachtvollen Auftakt, doch das wahre Leben spielt sich abseits der Hauptrouten ab. Ein zentraler Ankerpunkt ist der rund 0,6 Hektar große Portsmouth Square, der als das „Wohnzimmer“ des Viertels gilt. Hier lässt sich hervorragend beobachten, wie die lokale Gemeinschaft bei einer Partie Mahjong zusammenkommt, während die umliegenden historischen Gebäude von der bewegten Geschichte der ersten Einwanderer erzählen.
Wer tiefer in die kulturellen Wurzeln eintauchen möchte, findet in den zahlreichen Institutionen und Sakralbauten des Viertels faszinierende Anlaufstellen. Das Museum der Chinese Historical Society of America bietet einen fundierten Einblick in das Erbe der chinesischen Diaspora, während der Tin How Temple – der älteste seiner Art in den USA – eine fast schon spirituelle Ruhe inmitten des urbanen Trubels ausstrahlt. Auch das traditionelle Handwerk hat hier seinen festen Platz: In der legendären Golden Gate Fortune Cookie Factory lässt sich die Entstehung der berühmten Glückskekse hautnah miterleben, ein Erlebnis, das den nostalgischen Charme des Viertels perfekt einfängt.
Abseits der bekannten Pfade offenbart Chinatown zudem eine überraschend moderne und teils unkonventionelle Seite. In den schmalen Gassen wie der Ross Alley oder dem malerischen Waverly Place finden sich nicht nur Fotomotive wie aus einem Filmset, sondern auch eine wachsende Szene aus zeitgenössischen Kunstgalerien und versteckten Bars. Diese Mischung aus ehrwürdiger Tradition und urbaner Erneuerung macht den besonderen Reiz aus, egal ob man sich für die architektonischen Details der Pagodendächer begeistert oder das bunte Treiben auf den Märkten der Stockton Street auf sich wirken lässt.
Das Beste in Chinatown
Die besten Aktivitäten in Chinatown, die man sich nicht entgehen lassen sollte

Die besten Restaurants in Chinatown
Wo Essen zur Entdeckungsreise wird
In Chinatown zu essen bedeutet, tief in die aromatische Seele Asiens einzutauchen. Hier ist das Reich der dampfenden Dim-Sum-Körbe und der glasierten Peking-Enten, die verführerisch in den Schaufenstern der kleinen Gassen glänzen. Ob du dich für einen schnellen, authentischen Snack in einer der wuseligen Bäckereien der Stockton Street entscheidest oder in einem der geschichtsträchtigen, opulenten Speisesäle mit handbemalten Decken einkehrst – der Geschmack ist so unverfälscht wie nirgendwo sonst in der Stadt. Es ist der Ort, an dem man sich mutig durch Speisekarten mit unbekannten Gerichten probieren und die jahrhundertealte Teekultur in ihrer reinsten Form erleben muss.
Die besten Hotels in Chinatown
Schlafen im Herzen der Stadt
Wer in Chinatown übernachtet, schlägt sein Lager dort auf, wo San Francisco am lebendigsten ist. Die Auswahl an Unterkünften ist so vielseitig wie das Viertel selbst: Sie reicht von charmanten, preiswerten Boutique-Hotels in den historischen Gebäuden der Grant Avenue bis hin zu exklusiven Adressen an der Schwelle zum eleganten Nob Hill, die einen spektakulären Blick über die Pagodendächer und die Skyline bieten. Hier zu wohnen bedeutet, morgens vom fernen Läuten der Cable Cars und dem Erwachen der Märkte begrüßt zu werden. Es ist der ideale Ausgangspunkt für Entdecker, die kurze Wege zum Financial District oder zum Union Square schätzen und abends das unvergleichliche Flair genießen wollen, wenn die Neonreklamen das Viertel in ein magisches Licht tauchen.
Zwischen Kitsch und Kostbarkeiten: Shopping in Chinatown
In Chinatown zu shoppen, fühlt sich weniger nach einem klassischen Einkaufsbummel und vielmehr nach einer faszinierenden Schatzsuche an. Die berühmte Grant Avenue ist das bunte Schaufenster des Viertels: Hier findest du alles von handbestickten Seidengewändern und farbenfrohen Lampions bis hin zu den allgegenwärtigen Winkekatzen, die das perfekte Mitbringsel für zu Hause sind. Doch das wahre Abenteuer beginnt in den Seitenstraßen und den prall gefüllten Etagen der größeren Warenhäuser.
Ein absolutes Highlight für die Sinne sind die traditionellen Apotheken und Kräuterläden, in denen hunderte Schubladen voller exotischer Wurzeln und Heilpflanzen eine ganz eigene Geschichte erzählen. Auch Teeliebhaber kommen voll auf ihre Kosten: In spezialisierten Teehäusern kannst du seltene Sorten verkosten und kunstvolles Zubehör für die eigene Zeremonie erstehen. Wer nach bleibenden Werten sucht, wird bei den zahlreichen Juwelieren fündig, die für ihren oft meisterhaft verarbeiteten Jadeschmuck bekannt sind. Es ist dieser Mix aus skurrilem Kitsch und echtem Kunsthandwerk, der das Viertel zu einem Ort macht, an dem du Dinge entdeckst, die es in keiner gewöhnlichen Mall der Welt zu kaufen gibt.
Besuche auch die Hauptseite des Reiseführers San Francisco und die Seite San Francisco hat eine der ältesten und etabliertesten Chinatowns in Nordamerika für weiterführende Informationen und Tipps zur Stadt.
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